21.04.2018

Erste-Hilfe-Kurs

Den Erste-Hilfe-Kurs, den man machen muss um den Führerschein zu bekommen ist ein absoluter Basiskurs, an dem weder Zeit genug vorhanden ist Maßnahmen zu hinterfragen noch die Möglichkeit besteht andere Themen zu bringen die nichts mit Autounfällen zu tun haben.
Die auch LSM-Kurs (Lebensrettende Sofortmassnahmen) genannte Veranstaltung ist nur dazu da Basiswissen für Verkehrsunfälle zu vermitteln - nicht aber für Notfälle außerhalb des Straßenverkehrs. Dazu ist ein großer Erste-Hilfe-Kurs von 8 Doppelstunden (8x2 Stunden) notwendig. Ich wäre froh, wenn es irgendwann mal nur noch diesen Lehrgang gäbe, und die LSM-Kurse abgeschafft werden würden. Denn dann gäbe es viel mehr qualifizierte Ersthelfer in Fussgängerzonen, Häusern, Einkaufszentren, Behörden und Schulen.
Freiwillig sind nur die wenigsten bereit mehr Zeit als nötig zu opfern um das Wissen zu erlernen was anderen das Leben retten kann.

Blaulichtfahrten

Wenn plötzlich ein Auto mit Blaulicht und Martinshorn von hinten angebraust kommt wissen viele nicht sicher wie sie sich am besten verhalten sollen. Manche halten aprupt an, manche fahren nur langsamer, manche fahren ziemlich weit rechts und viele hören es nicht weil sie Musik anhaben und die Fenster zu sind.
Ich persönlich bin schon viele Blaulichtfahrten gefahren und kann eigentlich nur den Tip geben wie ich mir wünschen würde daß sich die Autofahrer vor mir verhalten sollten:
Sie sollten so weit rechts wie möglich fahren und die Geschwindigkeit sollte von mir gut eingeschätzt werden können. Wer mag kann langsam fahren, wer mag kann langsam anhalten. Aber bitte, liebe Autofahrer, ändert niemals zu schnell Eure Geschwindigkeit. Der Blaulichtfahrer muß Eure Geschwindigkeit einschätzen können damit er sicher überholen kann. Bei Kreuzungen kann es zum Beispiel auch hilfreich sein wenn ein Autofahrer mitten auf der Kreuzung rechts ran fährt, damit der Verkehr von Rechts schon mal nicht weiterfahren kann. Denn gerade an Kreuzungen passieren die meisten Unfälle mit Rettungswägen oder Polizeifahrzeugen. Stellt Euch den anderen ruhig vor die Nase, sobald sie das Blaulichtfahrzeug sehen werden sie verstehen warum. Danach gehts ja direkt wieder weiter. Das ist Euer Beitrag zur Verkehrssicherheit!
Also: Bei Blaulicht doppelt vorsichtig fahren und überholen lassen.

Drängelnde Hintermänner

Viele Autofahrer fahren gerade auf Autobahnen viel zu dicht auf andere auf. Der Sicherheitsabstand beträgt die Hälfte der aktuellen Geschwindigkeit in Metern, bei 120 Km/h also 60 Meter, das sind etwa 12 parkende Kleinwagen hintereinander. Das ist eine ganze Menge.
Der Bremsweg beträgt bei 120 Km/h 144 Meter ohne ABS, was auch einiges ist. Mit ABS sind es ca 180 Meter.
Ab einer Unterschreitung von 3/10 des Sicherheitsabstandes ist ein Fahrverbot fällig. Das bedeutet: Wer bei 120 Km/h einem Vordermann dichter als 120/2*(3/10) = 18 Meter hinten drauffährt ist seinen Führerschein für mindestens einen Monat los, wenn er erwischt wird.
120 Km/h ist nun nicht grad eine schnelle Geschwindigkeit und 18 Meter sind immerhin fast 4 parkende Autos Abstand. Aber wenn man mal beobachtet wie viele Idioten so dicht auffahren, daß man im Rückspiegel nicht mal mehr ein Stück Straße zwischen dem eigenen Auto und dem Hintermann erkennen kann, dann wundern mich die vielen Verkehrstoten nicht, die es auf den Autobahnen gibt.
Denn die meisten Drängler unterliegen dem meist tödlichen Irrtum, daß man mit einem neuen, großen Auto mit ABS einen kürzeren Bremsweg hat als ohne ABS. Doch das ist nicht richtig.
ABS bedeutet Anti-Blockier-System. Denn was ist denn das gefährliche bei einer Vollbremsung ? Na, daß man das Auto nicht mehr lenken kann während man bremst, weil die Räder blockieren. Genau das haben findige Ingenieure vor ein paar Jahren durch ABS geändert: Die Räder bremsen impulsartig. Während die Bremsen gelöst sind kann man lenken, und während die Bremsen angezogen sind verringert sich die Geschwindigkeit. Man kann nun gleichzeitig bremsen und einem Hindernis ausweichen, was früher nur duch das Prinzip der "Stotterbremse" (Impulsartiges Treten der Bremse statt Bleifuß) erreicht werden konnte.
Ein Auto mit ABS hat grundsätzlich einen längeren Bremsweg als ein Auto ohne ABS !!!.
Selbst wenn andere das anders sehen: Es gibt noch etwas was zu dichtes Auffahren eigentlich unlogisch erscheinen läßt:
Der durchschnittliche drogenfreie Mensch hat eine Reaktionszeit bei Gefahr oder Unfällen von 1 Sekunde. Innerhalb einer Sekunde bewegt man sich aber auf der Autobahn bei 120 Km/h 33 Meter vorwärts, ohne auch nur einen Fuß auf dem Bremspedal zu haben.
Wer also bei 120 ca. 33 Meter dicht hinter einem anderen Auto herfährt macht sich zwar gerade so nicht strafbar, (erst ab <5/10 der Hälfte der Tachogeschwindigkeit in Metern) er wird aber mit Sicherheit auf den Vordermann auffahren, falls dieser unerwartet eine Vollbremsung hinlegt.
Das ist keine Polemik, das ist reine Physik und Mathematik :-)

Nebelschlussleuchten

Es gibt vermutlich mindestens so viele Autofahrer die nicht wissen wann man eine Nebelschlußleuchte anschalten darf wie Autofahrer die nicht wissen daß man mit ABS einen längeren Bremsweg hat als ohne.
Eine Nebelschlußleuchte darf nur eingeschaltet werden, wenn die Sichtweite durch Nebel auf unter 50m gesunken ist. Bei Sichtweiten von unter 50m darf man aber auch maximal 50 kmh fahren. Wer also schneller als 50 fährt und die Nebelschlußleuchte anhat - macht irgend etwas falsch. Entweder ist die Lampe zu Unrecht an, oder man fährt zu schnell.
Außerdem empfiehlt es sich die Nebelschlußleuchte nur außerhalb geschlossener Ortschaften anzumachen, da dicht folgende Fahrzeuge sonst unnötig geblendet werden. Abgesehen vom §1 StVO, der eine Belästigung von anderen Verkehrsteilnehmern verbietet, gibt es dazu allerdings keine gesetzliche Regelung. Wer mag kann diese Fakten gerne in der StVO nachlesen.
Siehe http://www.fahrtipps.de/frage/nebelschlussleuchte.php
Siehe http://www.neelix.de/17stvo.html

Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen

Auf Autobahnen darf man - sofern nichts dagegenspricht - schneller als 130 kmh fahren, sollte man meinen. Tatsächlich aber gibt es auf Autobahnen seit dem 21. Nov. 1978 eine maximal empfohlene Geschwindigkeit von 130 kmh, bei deren Überschreitung man im Falle eines Unfalls damit rechnen muß, teilweise zur Verantwortung gezogen zu werden - egal, ob man an dem Unfall schuld ist oder nicht.