21.04.2018

Bus-System

Das EIB (Europäisches Installations Bussystem) ist ne feine Sache. Man kann damit eine Hausinstallation (Lampen, Lüftung, Jalousien etc.) total einfach aufbauen und hat - neben dem unermesslich großen Fun-Effekt (bzw. Spieltrieb) auch langfristig Geld sparen. Doch was ist das eigentlich jetzt genau, dieses EIB?

Die klassische Elektroinstallation sieht so aus: Zwei Kabel gehen meistens in einen Raum - ein Kabel für die Steckdosen und eins für die Beleuchtung. Gelegentlich finden sich auch Varianten mit einem Kabel für alles - oder mit mehreren Beleuchtungen oder mehreren Steckdoesenkreisen. Jedenfalls gibt es im Raum mindestens einen Lichtschalter, der mit Hochspannung (230V Netzspannung) versorgt werden muß. Von dort aus geht ein Kabel dann hoch zur Lampe. Schaltet man den Lichtschalter ein, geht das Licht an. Soweit so einfach.

Wenn man schon zwei Schalter haben möchte, wirds etwas aufwändiger: Ein Kabel geht zum ersten Schalter, dann von dort zum zweiten Schalter und von dort aus zur Lampe. Das verwendete Kabel ist dann jeweils 1,5 qmm Kupferkabel mit 3 Adern. Dieses Kabel ist aufgrund des seit Jahren ansteigenden Kupferpreises relativ teuer, mit Preisen von 0,80 bis 1,50 Euro pro Metzer ist - je nach Quelle und Adernzahl - zu rechnen. Wenn man nun später mal einen Lichtschalter hinzufügen möchte, hat man die Wahl zwischen der Montage zwischen zwei existierenden Schaltern auf gleicher Höhe oder einem anderen Platz - mit umfangreichen Umbaukosten. Wenn man gar Lichter mit mehreren Schaltern nachträglich zusätzlich dimmen möchte, hat man echt ein Problem.

Beim Bussystem ist alles anders. Jeder Verbraucher bekommt ein normales Stromkabel, das lässt sich nicht verhindern. Dieses wird direkt in den Keller oder in die Unterverteilung geführt. Die Lichtschalter aber bekommen nur ein wesentlich dünneres und billigeres Niederspannungskabel (Typisch 4x0,25 qmm abgeschirmt), welches einfach nur von eimem Schalter aus mit irgend einem der nächsten anderen Schalter verbunden werden muß. Egal ob der nächste Schalter im selben Raum ist oder im Nachbarraum (z.B. bei Türlichtschaltern, die oft ein gegenüberliegendes Pendant im Flur fürs Flurlicht haben). Ein Kabel muß dann in den Sicherungskasten geführt werden, wo die Asgabeeinheiten (die sog. Aktoren) sitzen. Das sind entweder Schalter oder Dimmer - je nach Anwendung. Dimmer können aber auch schalten (z.B. bei Mischbetrieb).

Der Vorteil liegt nun unter anderem darin, daß man viel Geld für dicke Stromkabel spart, was je nach Planung (auf die kommts stark an) den Nachteil von teureren Lichtschaltern durchaus wett machen kann. Außerdem ist man extrem flexibel - die Lichtschalter werden einfach je nach Funktion programmiert. Änderungen in der Funktion sind von daher jederzeit per Software möglich.

Ich habe im Haus einige kleine, unwichtige Räume mit klassischen Schaltern ausgestattet (Gästezimmer, Gästebad, Gäste-WC etc.), habe aber Buskabel zusätzlich verlegt. Im Flur im EG befindet sich ein Touch-Panel von Merten, mit dem ich alle Bussystemverbraucher überwachen und ggf. auch steuern kann. Außerdem kann ich damit komplette Szenarien (z.B. Fahrt in Urlaub = Alle Lichter aus, Heizung runterdrehen, Alarmanlage an) per einfachem Tastendruck aktivieren.

Es gibt zwei Aufstehen/Schlafengehen-Schalter neben unserem Bett, mit denen wir das Licht im Schlafzimmer, im Bad und im Flur auf einmal ein- oder ausschalten können (bzw. sanft dimmen können, vor allem morgends mit dicken Augen).

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