21.04.2018

Die Bedeutung von Instinkten im Alltag

Es ist eigentlich schon sehr seltsam, daß man mit viel Alkohol im Blut vermindert schuldfähig ist, aber selbst mit großen Mengen von körpereigenen Drogen immer noch voll schuldfähig ist. Dabei hat man den Alkohol ja bewusst eingenommen und kalkuliert dabei alle Folgeschäden mit ein bevor man betrunken ist. Im Falle von körpereigenen Drogen ist das im Prinzip ja nicht anders: Wenn ich mich verliebe oder einfach nur Lust habe mich der Körperlichkeit hinzugeben, dann bin ich vorher zwar klar bei Verstand, aber während des Verliebtseins oder des Aktes ist mein Verstand teilweise abgeschaltet - ein Effekt, den man ja sogar genießt, wie einen Rausch. Der Unterschied ist lediglich, daß zum Alkoholgenuß nicht zwei Menschen gehören, für das ausleben von Fortpflanzungsbedingten Instinkten allerdings schon. Das wiederrum führt aber auch oft zu Missverständnissen und Problemen, denn wo die Menge pro Zeiteinheit beim Alkohol allein selbst bestimmt ist führt eine unterschiedliche Auffassung vom Ausleben der Instinkte bei zwei Menschen schnell zu Ärger.

Das gegenseitige Verständnis für die jeweiligen vorprogrammierten Verhaltensanlässe ist insofern für jegliche zwischenmenschliche Beziehung zwingend notwendig, sofern es harmonisch ablaufen soll.

Ich möchte das an ein paar Beispielen erläutern:

Blicke

Männer schauen Frauen instinktiv gerne auf ihre weiblichen Rundungen. Das ist im männlichen Gehirn fest einprogrammiert: Rund, weich, weiblich = haben will! Frauen hingegen betonen diese Körperteile oft durch entsprechende Kleidung, weil sie sich darin hübsch finden, und sind aber vereinzelt tödlich beleidigt, wenn man hinschaut. Hier ist ein gesundes Maß an Zurückhaltung auf beiden Seiten gefragt: Männern sollte ein kurzer Blick reichen, und Frauen sollten einen Blick als völlig natürlich hinnehmen. Viele - gerade junge Frauen - machen oft den Fehler ihre Rundungen extrem zu zeigen, weil sie dadurch hoffen endlich den richtigen zu treffen. Doch das ist völlig absurd - wie ich an anderer Stelle noch ausführlich darlege :-)

 

Küssen

Nichts wird wohl so unterschiedlich gesehen wie Küssen. Für die einen ist ein Kuss nur erlaubt für den einen, einzigen, den richtigen Partner, und nur diesen und niemals einen anderen. Für andere ist ein Kuss lediglich ein zeichen von Verbundenheit auch zwischen Menschen, die nicht miteinander ins Bett gehen.

Aber generell gilt auch hier: Beide Partner sollten den Kuss genauso sehen, wie er gemeint ist. Wenn eine Frau ihre große Liebe küsst während er sie nur ins Bett bekommen will, dann kann ein einziger Kuss schon eine Lüge oder zumindest ein Missverständnis sein. Auch hier gilt: Man sollte verstehen was im anderen vorgeht, um richtig verstanden zu werden und um den Partner richtig zu verstehen.

 

Fazit: Im Alltag ist gegenseitiges Verständnis gefragt. Ein Aufzwingen von weiblichen, scheinbar logischen Verhaltensweisen auf Männer ist genausowenig sinnvoll und erfolgreich wie das aufzwingen von männlichen Instinkten auf eine selbständig denkende Frau. Wir müssen auch mit den Schwächen des Partners leben, wenn wir seine Stärken schätzen wollen :-)

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